Die DNA der Politik

Der Narr darf (fast) alles: Satire, Ironie, Unfug, manchmal darf er auch etwas bösartig sein …
Es ist den Lesern überlassen, ob sie seine Geschichten ernst nehmen, einen Funken Wahrheit erkennen oder sie als bloße Narretei abtun. Manchmal weiss der Narr vielleicht selbst nicht genau, ob er ein echtes Anliegen hat oder ob er nur Possen reißen will (was ja auch ein Anliegen wäre).
Hin und wieder wird sich BioWissKomm nun einen Hofnarren leisten. Ich wünsche den Lesern viel Spaß und auch etwas Grübelei, wie ernst es dem Narren mit seinen Geschichten wohl sein mag.

Die Evolution der DNA

Die DNA hat in den letzten Jahrzehnten eine beachtliche Evolution durchgemacht. In den 1990er Jahre galt in weiten Kreisen der Gesellschaft das SSSM (Standard Social Science Modell), nachdem der Mensch als „leeres Blatt“ (blank slate) geboren wird. Was aus ihm wird, bestimmten ausschließlich Erziehung und Gesellschaft. Trofim Lysenko ging noch etwas weiter und meinte, dass man auch Pflanzen nur richtig erziehen müsse, um beispielsweise aus Roggen Weizen zu machen. Das funktionierte nicht so richtig, erschütterte aber den Glauben an den „blank slate“ nur wenig.
Die Genetik wurde keinesfalls geleugnet, aber sie galt eben nur für Pflanzen und da besonders für Erbsen (nur deshalb hatte Gregor Mendel ja wohl auch Erbsen gezüchtet!).
Als in den 1980er Jahren die Gentechnik in die Gänge kam, wurde durch Bilder von Riesentomaten mit Reißzähnen und Maiskolben mit Totenkopfmasken eindeutig bewiesen, dass Gene vor allem schädlich und gefährlich sind. Manche vermuteten, dass sie für die biologische Kriegsführung erfunden wurden.

Ob Kampf-Tomaten heute bereits eingesetzt werden, ist nicht mit Sicherheit bekannt.
(Bild mit Midjourney-KI erstellt)

Um die Gefahr zu bannen, gab es viele Demonstrationen für eine „genfreie Welt“ und Initiativen wie „Genfrei Gehen“.

Die Wende

Etwa ab 2010 entwickelte sich jedoch eine stille Revolution der molekularen Biologie. Durch die Medien wurden zunehmend ungewöhnliche wissenschaftliche Erkenntnisse bekannt. So hieß es, dass sich Gewerkschaften wieder auf ihre DNA besinnen sollen. Der Osten Deutschlands hat offensichtlich eine andere DNA als der Westen. Sehr bemerkenswert ist, dass auch politische Parteien ihre eigene Erbinformation haben: Bei den Grünen ist z.B. Gerechtigkeit und die Asylpolitik tief in der DNA verankert. Bei der AfD haben Wissenschaftler festgestellt, dass EU-Kritik Teil ihrer DNA ist und das Bundesverfassungsgericht hat Belege, dass der Partei ein Gen für pluralistische Demokratie fehlt. „Die Schuldenbremse ist die DNA der CDU“ stellt die FAZ fest und zur DNA der SPD gehört die Kapitalismus-Kritik.  

Es besteht Forschungsbedarf!

Auch bei Kirchen, NGOs und selbst bei Karnevalsvereinen wurde inzwischen DNA nachgewiesen, die für soziale, unsoziale, humorvolle, humorlose und andere Eigenschaften codiert. Daraus ergeben sich essentielle Fragen, die wissenschaftlich untersucht werden müssen.
Die Wissenschaft vermutet, dass es sich bei politischen Parteien, NGOs, Kirchen und anderen um völlig neue Superorganismen handelt, die durch Kleptogenetik (Aneignung fremden Erbguts) riesige Genome entwickelt haben. Diese DNA könnte dann auf neue Anhängern der entsprechenden Gruppen übertragen werden.

Aber es ist bisher unklar, ob sich Menschen einer Gruppierung anschließen, die ihrer eigenen DNA ähnelt, oder ob z.B. ein Parteiengenom aus der Summe der Mitglieder-DNA entsteht.

Wie man in der Abbildung sieht, kann man die DNA verschiedener politscher Parteien bereits im Labor an der Farbe unterscheiden! (Bild mit Midjourney-KI erstellt)

Zusätzlich eröffnen diese Erkenntnisse völlig neue Risiken: im Bundestag sitzen sehr verschiedene Fraktionen über viele Stunden zusammen. Ein horizontaler Gentransfer von einer Partei zur anderen kann nicht ausgeschlossen werden (ganz abgesehen von traditioneller Rekombination durch sexuelle Interaktionen). Was passiert, wenn sogenannte „springende Gene“ von einer Fraktion zur anderen hüpfen?
Genome politischer und zivilgesellschaftlicher Gruppen sind zweifellos gentechnisch ebenso manipulierbar sind wie die von Tomaten. Wie können Parlamentarier sich und ihre Partei von Gen-Hackern schützen? Müssen alle Sitzungen unter den Gentechniksicherheitsbestimmungen der Sicherheitsstufe 3 durchgeführt werden? Sind Schutzanzüge und Atemmasken erforderlich? Hier muss dringend Risikoforschung betrieben werden.

PolitischerHandlungsbedarf

Auf jeden Fall müssen diese Genome endlich transparent veröffentlicht werden! Wähler haben ein Recht darauf, das Genom der zur Wahl stehenden Parteien zu kennen! So können sie das eigene Genom mit dem der politischer Gruppierungen abgleichen und kämen viel leichter zu einer wissenschaftlich fundierten Wahlentscheidung.
Die Erkenntnis, dass politische Entscheidungen offensichtlich nicht durch Lernprozesse und Debatten entstehen, sondern genetisch programmiert sind, ist revolutionär und könnte letztlich zu einer deutlichen Vereinfachung demokratischer Prozesse führen.

Autor: Der Narr von BioWissKomm
Bilder: erstellt mit KI (Midjourney)